Eine Gemeinschaftsaktion der Kulturschaffenden und Veranstalter Bad Segebergs
Koordiniert von Kulturkontor und SZ Segeberger Zeitung.
Skulpturen von Klaus Effern
Der Bildhauer präsentiert zwei Werkreihen:
Das Ensemble Verspottung nach einem Ölbild von Matthias Grünewald und neue Skulpturen zum Thema "Übermensch".
KUNSTHALLE OTTO FLATH in der Bismarckallee 5
Die Kunsthalle Otto Flath zeigt vom 30.03 - 31.10. 2026 Skulpturen des Bildhauers Klaus Effern.
Zwei Werkreihen des Künstlers stehen vis a vis zu den Plastiken von Otto Flath:
Im kleinen Ausstellungsraum neben der ursprünglichen Werkstatt von Otto Flath steht das
Ensemble „ Verspottung“, sieben Holzskulpturen als eine moderne dreidimensionale Version
des Tafelbildes von Matthias Grünewald ( 1503) „ Die Verspottung Christi“. Der Bildhauer schafft
eine Situation mit seinen Skulpturen, die den Museumsbesucher vom bloßen Betrachter zum
Zeugen der Szenerie werden läßt und kreiert ein Nachdenken über das Thema des
„ Geringsten“.
Die bemalten Skulpturen nehmen thematisch Kontakt auf mit den religiösen Plastiken und
Altären von Otto Flath. Formal unterscheiden sie sich von ihnen durch ihre räumliche Wucht, die
den Betrachter einlädt sich zwischen den Skulpturen zu bewegen und somit einTeil des
Ensembles zu werden.
Im großen Ausstellungsraum stehen mitten in der Sammlung Flaths neue Skulpturen von Klaus
Effern. In der Technik der Montage sind diese Übermenschen mit Gipselementen, Ästen und
Holzteilen zusammengebaut. Den Skulpturen sieht man ihren Entstehungsprozess in den
verschiedenen Brüchen, Korrekturen und Ergänzungen an. Trotz ihrer Übergröße nehmen sie
direkten Kontakt zu uns auf, und fordern uns als skulpturales Gegenüber in einer Ambivalenz
von Schrecken und Ästhetik heraus. Die Skulpturen stellen sich optisch und inhaltlich quer zu
den Altären und Plastiken von Otto Flath, die ganz traditionell aus einem Stamm geschnitzt
sind.
Das Bild des Übermenschen als eine zum Scheitern verurteilte Utopie präsentiert uns der
Künstler in Form der Monumentalskulptur. In ihrer Größe, Pose und ihrem Habitus transportieren
diese Skulpturen einen Typus Mensch, der sich über andere stellt, eigene Werte schafft und alle
anderen Regeln ablehnt. Man ahnt jedoch, wie kaputt und vergänglich sie sind.
Die Assoziationen zu Nietzsches Begriff des Übermenschen, sowie zu anderen utopischen
Vorstellungen, stehen ebenso im Raum, wie aktuelle politische Strömungen, wie z.B. die, der
Tech - Elite des Silicon Valley.
Klaus Effern lebt und arbeitet in Bremen.